Ich heiße Sebastian Köpl, bin 26 Jahre alt und freiberuflicher Autor.

Schon in jungen Jahren gefiel ich mir darin, banale Dinge in ausgeklügelten Formulierungen zu verstecken, was meine Deutschlehrerinnen ein ums andere Mal zur Resignation veranlasste. Diese Resignation äußerte sich in den ersten Schuljahren auf dem Gymnasium darin, dass sie in Form von zahlreichen roten Kritzeleien am Rand meiner Aufsätze ihre Position am längeren Hebel untermauerten. In höheren Klassenstufen akzeptierte man meinen zugegebenermaßen oft eigenen Schreibstil und würdigte ihn mit Extrakriterien für die Benotung wie "rhetorische Verschleierung partieller Unwissenheit" und "unangenehm treffende Metaphorik".

Mein Frühwerk ist jedoch schon in der Grundschulzeit anzusiedeln und war von meiner Leidenschaft zur Natur geprägt. Leider ist es dem Chaos des Lebensfortschritts zum Opfer gefallen. Ich erinnere mich jedoch, dass im Titel mit Schwalben gelockt wurde, man sich dann jedoch mit Dinosauriergeschichten konfrontiert sah. Ich durchschaute die heuchlerisch positiven Kritiken meiner Leser und ließ die Schriftstellerei an einen hohen Nagel hängen, bis ich reif genug war, sie dort selbst wieder herunterzupflücken.

Nach dem Abitur nahm ich das Angebot an, eine zweijährige Ausbildung zum Exportkaufmann zu absolvieren. Während dieser Zeit wurde ich einerseits mit dem Entwurf zahlreicher Produktinformationen, Artikeln für Websites und Kundenkatalogen sowie dem Verfassen von Etikettentexten betraut. Zum anderen verbesserte ich meine Englischkenntnisse, da ich gleichzeitig für die Übersetzung dieser Texte zuständig war.

Aus Mangel an Möglichkeiten in diesem Beruf eine Kreativiät zu entfalten, beschloss ich nach Abschluss der Ausbildung das Studium der Journalistik zu beginnen. Ein Praktikum bei einer größeren Tageszeitung befreite mich jedoch von dem Gedanken, mit meiner Art zu formulieren auf diesem Wege eine breite Masse an Lesern zu begeistern. Derart desillusioniert schrieb ich mich letztendlich für Philosophie und allgemeine Sprachwissenschaften an der Universität Leipzig ein und verschaffte mir somit Zugang zu undenkbar vielen, beschreibenswerten Themengebieten.