Vor einiger Zeit, in der Internetwelt würde man vielleicht ein Internetsprachensynonym von ‘einst’ verwenden, hatte der Autor Frank Schirrmacher im Spiegel die Gelegenheit, sein neustes Buch vorzustellen. Es trägt den, behauptungsschwangeren und lösungsversprechenden Namen “Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen”. Schirrmacher erklärte im Spiegelartikel “Mein Kopf kommt nicht mehr mit” erst, dass er der internetbedingten Informationsflut nicht mehr gewachsen ist, stellt dann fest, dass es jedem so geht (verschweigt dabei geschickt die Tatsachen, dass niemand alles wissen und kennen muss oder dies je konnte) und deklariert diese Sachverhalte zu guter Letzt zu gesellschaftsvernichtenden Problemen. Zweifelsohne stehen die Menschen, die in den Genuss der gegenwärtigen Epoche kommen, der größten visuellen Datenmenge aller Zeiten gegenüber. Für Anweisungen, wie wir damit umgehen sollten, ist der Journalist, der hier vor allem einem Interessenskonflikt mit der Gratismentalität der Netzpublikationen unterliegt, denkbar ungeeignet.
Sascha Lobo, der auffällig frisierte und noch auffälliger oft relevant bloggende “Internetpionier”, äußerte sich jetzt drei Wochen nach Schirrmachers Artikel ebenfalls zur Thematik. Bemerkenswert fair stellt er seine Sicht den Ängsten des Autors und anderer Vertreter vergangener, jedoch immernoch lebendiger Generationen entgegen. Vor allem aber findet er mit Forderungen nach einem Schulfach ‘Interneterziehung’ oder der Unterstützung der Jahrgänge mit Webphobie, die richtigen Ansätze. Hier gehts zum Artikel…
Die lächerliche Summe von 711 Mio.US$ muss Sanford Wallace dem Unternehmen ‘facebook’ zahlen, weil er die Seiten des Social-Network Giganten mit Spam überflutete. Ob er den Humor bessessen hat, sich nach der Kontonummer der facebook-Inhaber zu erkundigen, ist genauso wenig bekannt, wie seine zukünftige, berufliche Orientierung. Kläger und Gericht beabsichtigen mit der Höhe der Summe eine abschreckende Wirkung. Diese ist wohl garantiert. Galten bisherige Urteile gegen Privatpersonen mit Schadensersatzmengen im einstelligen Millionenbereich doch als ‘Peanuts’, überlegt sich jetzt sicherlich jeder Spammer zweimal, ob der Kosten-Nutzen Faktor derart teurer Anzeigenschaltung dem Buchmacher noch gerechtfertigt erscheint. Gerechtfertigt wäre es übrigens, wenn facebook den unerwartenden Bonus dazu nutzen würde, Kunden … Verzeihung … Kindern in der dritten Welt den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Eine Million könnte man Sanford Wallace erlassen, damit er sein restliches Leben nicht in himmelschreiender Armut verleben muss.
Wann werden die Gerichte endlich damit anfangen, mit vergleichbar abschreckenden Preisen die Zahl der Kapitalverbrechen wie Mord oder Körperverletzung nach unten zu zwingen?
“Das Internet ist das freiheitlichste und effizienteste Informations- und Kommunikationsforum der Welt und trägt maßgeblich zur Entwicklung einer globalen Gemeinschaft bei.”
So beginnt der Abschnitt des druckfrischen Koalitionsvertrages, in dem sich die zukünftige Regierung dem Internet widmet. Richtig, die Katze, die der Bürger mit der Bundestagswahl gekauft hat, wurde jetzt aus dem Sack gelassen. Naja besser gesagt, man erfährt nun, dass mit der Stimmabgabe auch eine ‘Stellungnahme’ zum Thema World Wide Web einherging, auch wenn man diese im Wahlkampf bestenfalls erahnen konnte. Zu meiner Überraschung scheint die angestrebte Richtung doch eine sehr realistische und moderne zu sein.
Zum Punkt des Schutzes von Urheberrecht äußert man sich zum Beispiel folgendermaßen erfrischend desinteressiert: “Wir werden keine Initiativen für gesetzliche Internetsperren bei Urheberrechtsverletzungen ergreifen.” Das heißt selbstverständlich nicht, dass Leute, die MP3´s tauschen, als wären es duplo-Fußballsticker, demnächst keinerlei Strafverfolgung mehr fürchten müssen. Allein der Staat hält sich mit entsprechenden Gesetzesanpassungen vorerst zurück.
Auf Eis gelegt wurde auch das “Zugangserschwerungsgesetz gegen kinderpornografische Inhalte”, wie es Ursula von der Leyen (CDU) ins Gespräch brachte. Offensichtlich ist man sich einig, dass ‘Pädo-Kriminelle’ als Folge einer Zugangserschwerung eher zu ‘Pädo-Kriminellen mit Informatikkenntnissen’ als zu ‘ehemaligen Pädo-Kriminellen’ mutieren würden – welch großartige Einschätzung der gestörten Triebhaftigkeit.
Sorgen bereiten mir die Pläne eines “E-Government-Gesetzes”, mit dessen Hilfe der Weg für online-Behördengänge und einen elektronischen Personalausweis geebnet werden soll. Wie nerven- und zeitraubend ein Besuch im Bürgeramt auch sein mag, solang die Informatiker auf meiner Seite des Gesetzes nur auf die neusten Verfahren krimineller Datendiebe reagieren können, halte ich identitätsbescheinigende Unterlagen lieber vom Internet getrennt.
Insgesamt also beruhigend zurückhaltende bis (noch) nichtssagende Voraussagen zum Thema Netzpolitik.
Menschen, denen es offensichtlich an jeglichen, motorischen Fähigkeiten mangelt, sollten auch von ‘zu interaktiven’ Konsolenspielen die Finger lassen. Die Finger hat er leider im ungünstigsten Moment von seiner Wii-Fernbedienung gelassen…Wie mag seine Mutter wohl reagiert haben?
Eine interessante Alternative zu den (obszön) teuren Apple I-Phones stellen die wesentlich billigeren und natürlich nur bedingt vergleichbaren Imitate aus China dar. Zum Test habe ich mir mal eines besorgt und muss sagen, dass ich doch arg positiv überrascht bin. Bei Interesse gibts hierzu bald mehr!