Auf Anfrage per E-Mail sende ich Ihnen gern ein Spendenformular zur Unterstützung hungerleidender Erstliga-Ballsportler zu. Angenommen werden auch haltbare, kohlenhydratlastige Naturalien. (Lehmann-Sympathisanten steht es natürlich frei, hinter dieser Vorstellung die Verhöhnung eines schmeißfliegenhaften DSF-Reporters zu vermuten)
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schlechte liegt so nah? Wer glaubt, er müsse zur Beobachtung erheiternder Fehltritte bekannter Persönlichkeiten in der internationalen Presse stöbern, der sollte doch ab und an mal, wenn auch mit sportfremden Motiven, ein Spiel des VfB Stuttgart verfolgen. Dort steht nämlich eine 40-jährige Fundgrube für Peinlichkeiten namens Jens Lehmann zwischen den Pfosten, die vor erheiternden Momenten nur so sprudelt. In einem Championsleaguespiel in der vergangenen Woche, welches der VfB mit 3:1 gewann, verging sich der frühere Nationaltorwart beispielsweise an einer Kamerabox. Der wehrlose und unschuldige Silberkoffer und 37.000 Zuschauer wurden beim letzten Gruppenspiel im Stadion der rumänischen Mannschaft Unirea Urziceni Opfer seines Harndrangs.
Nach dem Sieg und dem damit verbundenen Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse, schimpfte Lehmann auf den Vereinsvorstand. Er bekräftigte, dass dieser Erfolg auch mit Markus Babbel erreicht worden wäre. Babbel, bis vor kurzem Trainer der Stuttgarter, wurde, wie das im Fußball so üblich ist, als Quelle der miserablen Leistung des Klubs in der laufenden Bundesligasaison identifiziert und vorzeitig entlassen.
Um den Einstand des neuen Trainers Christian Gross, nicht allzu süß werden zu lassen, verhinderte Lehmann nun am vergangenen Spieltag im Alleingang den lang ersehnten Ligasieg des VfB. Drei Minuten vor Schluss und mit einer 1:0 Führung im Rücken trat er dem Mainzer Aristide Bance im Strafraum absichtlich auf die Füße und erhielt damit die Rote Karte. Durch den anschließenden Elfmeter glichen die Mainzer aus und rissen dem VfB zwei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg aus den Händen.
Als wäre das nicht genug für eine Woche, erlaubte sich der Keeper und Entertainer nach dem Spiel noch einen Spaß, den kein Zehnjähriger hätte besser ausführen können. Er klaute einem kritischen Fan die Brille und gab sie ihm erst wieder, als er sich der Komik der Situation bewusst wurde.
Man darf gespannt sein, was die nächsten Auftritte des Torwarts bieten – wenn es denn welche gibt. Nach einer Sperre muss sich der Vorstand des VfB Stuttgart entscheiden, ob er auf sportliche Seriösität oder erhöhte Medienpräsenz setzt.