dringende Vorwarnung: Frühlingschaos im Anmarsch

22. Januar 2010 - 02:17 Uhr

Nein, diesmal sollen Sie nicht erst durch die Spätnachrichten davon erfahren, oder es in den Zeitungen lesen, wenn es längst zu spät ist. So geschehen vor einer guten Woche: Wehrlos, eingeschneit und völlig unvorbereitet stand man dem “Schneechaos” gegenüber. Auch Lebensmittelläden oder der Winterdienst, der seinen Namen anscheinend einem Gründer oder Firmenchef “Herrn Winter”,  zu verdanken hat, kaum aber der derzeitigen Jahreszeit, wurden kalt erwischt. Nein, das wird nicht nochmal passieren!

In nicht allzu ferner Zeit, es kann sich nur noch um wenige Monate handeln, wird der Frühling über uns hereinbrechen. Hier gilt es, einige Vorkehrungsmaßnahmen zu treffen, damit es nicht wieder zu Engpässen kommt. Hobbygärtner sollten sich schon jetzt Saatgut besorgen, um zum  geeigneten Zeitpunkt nicht ohne Utensilien dazustehen. Pollenallergiker müssen sich mit Medikamenten eindecken, um nach dem gefährlichen Winter auch den heimtückischen Frühling zu überstehen. Und erst die ganzen Frühblüher! Oh überall diese Frühblüher.  Ganze Armeen, dieser pflanzlichen Unheilsboten erobern Parks und Vorgärten.

Armeen? Unheil? Zugegeben, irgendwie eignet sich der Frühling nur begrenzt zur Panikmache bzw. Gefahrenbewusstmachung. Aber man kann es ja mal versuchen (in sensationsarmen Zeiten wie diesen muss man das sogar). Für alle Unerschrockenen, die immer noch keine Angst vor ihrem zweiten, dritten oder auch vierzigsten Frühling haben, hier der folgende Buchtipp:

frühling

Naja, wenigsten kann jetzt keiner mehr sagen, er wäre nicht vor den alljährlichen, jahreszeittypischen Phänomenen gewarnt worden, die auch der Lenz so mit sich bringt.

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Kloß und Spinne Teil 8: Verliebt und zugenäht!

19. Januar 2010 - 19:52 Uhr

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Musiktipp: Kasabian – Underdog

19. Januar 2010 - 19:48 Uhr

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Eine Hand wäscht die andere

18. Januar 2010 - 14:22 Uhr

Sie besitzen eine Lebensmittelladenkette und haben eine Million € übrig? Ihr deutschlandweites Famillienunternehmen möchte durch gezielte Ausgaben langfristig Steuern sparen?

Sichern auch Sie sich noch heute ein auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittes Steuergesetz!

Spenden Sie für unseren Wahlkampf und beeindrucken Sie Freunde und Belegschaft mit etwas politischem Einfluss!

geldübergabe

So oder so ähnlich könnten Werbeanzeigen deutscher Parteien demnächst in Zeitschriften und auf Plakaten erscheinen, wenn diese der Forderung nach mehr Ehrlichkeit und Transparenz nachkämen.

Die FDP hätte dies wohl auch besser getan, denn nun bot sie der Opposition die Vorlage zur Aufdeckung eines “Bestechungsskandals”. Im Gegenzug zu – oder unabhängig von (bedienen Sie sich hier entsprechend Ihrer politischen Gesinnung) einer Millionenspende (in Form mehrerer kleiner Beträge) der Hoteliers-Famillie Finck an die FDP, gönnte diese in ihrer Großzügigkeit gleich dem gesamten Hotelgewerbe im Rahmen des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes eine Steuers(ch)enkung für Übernachtungen von 19% auf 7%. Man muss allerdings fair sein: die Spende wurde ordnungsgemäß bei Bundestagspräsident Norbert Lammert angemeldet, somit kann man hier keineswegs von einem “Bestechungsskandal” reden, sondern nur von einwandfrei rechtmäßiger Bestechung.

Ein Schelm, wer hier Zusammenhänge unterstellt. Vor allem, da diese undankbaren Hoteliers sich nun auch noch über einen angeblichen Bürokratiezuwachs beschweren, bloß weil sie auf den Rechungen Übernachtungen und Frühstück unterschiedlich besteuern müssen.

Wäre man konsequent, würde man ein generelles Verbot der Parteispenden von Unternehmen verhängen, denn Zusammenhänge gibt es überall. So spendete ein guter Bekannter im vergangenen Jahr 7,30 Euro (nach Abzug der steuerlichen Vorteile für Spenden). Dieser Bekannte besitzt zwei minderjährige Söhne. Schaut man sich das Wachstumsbeschleunigungsgesetz genauer an, fällt da unter anderem die Anhebung des Steuerfreibetrags für Kinder ins Auge! Man muss ja nur noch eins und eins zusammenzählen um den nächsten Bestechungsskandal zu wittern. Für einen kleinen Obolus bin ich gern bereit, der vor lauter Zusammenhängen nur so schnurrenden Opposition detailliertere Informationen zu jenem Bekannten zu geben – eine Hand wäscht die andere!

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ein Hauch von Leben

13. Januar 2010 - 23:43 Uhr

Zombies oder doch nur Peanuts?

Zombies oder doch nur Peanuts?

100% aller Kiwis leiden an zu starker Fruchtkörperbehaarung

99% aller Kiwis leiden an zu starker Fruchtkörperbehaarung

by Terry Border

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Don´t be Evil, denn Google liest mit

13. Januar 2010 - 13:22 Uhr

Man darf sagen, ich gönne den US-Amerikanern die Mondlandung und der Qaida den zweifelhaften Ruhm des 11. Septembers, achte Wissenschaft und bin wenigstens in Grundzügen ein Fan zeitgemäßer Politik. Auch unterstelle ich Mitmenschen zunächst gern Bestes – kurz: ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien.

Der aktuelle SPIEGEL möchte das ändern und lockt auf dem Cover mit der Zeile “Der Konzern, der mehr über Sie weiß, als Sie selbst” zu einem Artikel namens: “Ende der Privatheit”. Ich sehe dem SPIEGEL die Provokation nach, dass irgendein Konzern mehr über mich wisse, als ich selbst und verschlinge die zwölf Seiten durchaus interessanter, nicht vollständig bereits bekannter Informationen über die Suchmaschine (und was sie noch alles ist und wird) Google. Bevor ich nun meine vorsichtige Übereinstimmung mit den dort geäußerten Sorgen bekunde, erwähne ich nochmals, dass mir vorschnelle Komplottvermutungen stets ferner sind, als vorurteilsfreie Sympathie.

Im Artikel wird dargelegt, wie Google auf immer neuen Wegen unterschwellig Informationen über die Nutzer sammelt, um diese komfortabel mit möglichst persönlich zugeschnittenen Angeboten zu versorgen. Dieser Tauschhandel von Daten geschieht in stillem, beiderseitigem Einverständnis. Dabei haben beide Parteien das Gefühl, ein gutes Geschäft zu machen. Google bietet Informationen, die ohnehin vorhanden sind und der Nutzer zahlt mit einem Gut, dessen Wert er unterschätzt, weil er ihm weitgehend unbekannt ist und das er deshalb bereitwillig hergibt.

google-evil

Zugegeben, auch ich wüsste nicht, was ich mehr vermissen würde: den denkbar einfachsten, kostenlosen Zugang zu beinahe allen Themen der Welt- und Menschheitsgeschichte oder einen, wenn auch sehr sensiblen Teil meiner Privatsphäre. Damit Ihnen die Entscheidung vielleicht ein wenig leichter (oder schwieriger) gemacht wird, werden nachfolgend einige Fakten aufgezählt, derer sich so mancher Googler nicht bewusst ist.

- im Jahr 2009 avancierte Google zu einem der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt ( Börsenwert über eine Milliarde US-Dollar)

- nach und nach übernimmt Google die erfolgreichsten Internetprojekte wie Youtube (2006 von Google übernommen), Gizmo5 oder AdMob

- um eine komfortablere Personalisierung zu ermöglichen, werden alle, von einem Gmail-Konto abgesendeten und empfangenen Mails von Google analysiert

- Google arbeitet mit Hochdruck an einer Software, die es ermöglicht, mit dem Telefon aufgenommene Gesichter mit seiner Datenbank abzugleichen, um dann Informationen zur betreffenden Person auszugeben

- Google speichert Nutzerdaten (Suchanfragen, besuchte Seiten, usw.) unter den entsprechenden IP-Adressen vollständig für 9 Monate (danach werden Teile der IP anonymisiert)

- wieviele Daten und welche der Konzern speichert, ist nicht bekannt

- die US-Regierung sowie zahlreiche Regulierungsbehörden der EU-Staaten beobachten mittlerweile sehr kritisch, welche Projekte Google gegenwärtig verfolgt

- deshalb unterhält die Firma bereits Lobbyistengruppen und einen obersten Datenschutzbeauftragten (Peter Fleischer), der hauptsächlich externe Datenschützer ausbremst und beschwichtigt

- mit der Einführung des Google-Mobiltelefons Nexus One gelangt das Unternehmen in die Situation, genaue Daten zur Position der Nutzer zu bekommen und so beispielsweise Bewegungsprofile zu erstellen

- Google-Earth und Google StreetView bieten immer detailliertere Ansichten des Alltagslebens überall auf der Welt

- die Tatsache, dass Google nahezu alle Dienste kostenlos anbietet, schadet zahlreichen, etablierten Unternehmen wie Verlagen, Redaktionen, Anbietern von Kartenmaterial und demnächst wohl auch Telefonanbietern

- auf die Frage zur Wahrung der Privatsphäre antwortete Google-Vorstandschef Eric Schmidt in einem CNBC-Interview: “Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht garnicht erst tun.”

Völlig wertungsfrei wurden hier einige, reale Tatsachen aufgezählt, über deren Potenzial sich jeder selbst eine Meinung bilden kann. Fakt ist, das selbst der moralliebendste Innenminister oder Geheimdienstchef der erotisierenden Wirkung einer solchen Datenflut nicht wiederstehen könnte. Ganz wehrlos bleibt der Nutzer natürlich nicht. Es steht jedem frei, duch gezielte Suchanfragen und entsprechende Internetauftritte eine Affinität zu Porzellanpuppen oder Sympathiebekundungen zu Terrornetzwerken vorzutäuschen. Allerdings sollte man dann auch damit rechnen, beim nächsten Bewerbungsgespräch mit diesen Leidenschaften konfrontiert zu werden.

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Top Ten der Stammtisch-Redewendungen

9. Januar 2010 - 15:52 Uhr

Hier mal eine Auswahl der meist genutzten Redewendungen in Stammtischgesprächen. Bei unentschuldbarem Fehlen wichtiger Floskeln bitte ich um Ergänzung.

10. diese Sportler verdienen doch alle viel zu viel

Meist in folgender oder ähnlicher Situation zu beobachten: Eine Gruppe Männer sieht sich ein Fußballspiel an und äußert ihren Unmut darüber, dass ein gut bezahlter Spieler das Tor trotz aussichtsreicher Position verfehlt. Oft aber auch situationsunabhängig gebraucht, wenn der Äußernde grad ein Stimmungstief durchlebt und irgendeinen Berufssportler in TV oder Zeitung erblickt.

9. die großen Bosse

Die Rede ist hier nicht nur von Firmenchefs oder Managern. Auch Vorsitzende von Sportvereinen oder Gewerkschaften können gemeint sein. Die Formulierung beinhaltet sowohl die Einsicht, dass betreffende Subjekte einen gesellschaftlich übergeordneten Status besitzen, als auch eine gewisse Ironie. Diese Ironie soll empfundene Ungerechtigkeit ausdrücken und kann bei Bedarf noch deutlicher gemacht werden. Dazu lässt man nach “die” eine kurze Pause und spricht das “o” in “großen” ausgedehnt und überdeutlich.

8. die oberen Zehntausend

Ebenfalls eine sehr vage Angabe für eine Gruppe von Menschen, die mit finanzieller Unabhängigkeit gesegnet und mit Neid gestraft sind. Fälschlicherweise werden oft auch Schauspieler oder sonstige, zwar in den Medien vertretene, aber nicht zwingend außergewöhnlich wohlhabende Menschen mit diesem Prädikat versehen. Der Ausdruck “die unteren Zehntausend” wird interessanterweise selten bis nie in diesem Zusammenhang verwendet.

7. Wenn ich hier was zu sagen hätte…

Häufig zu finden in Stammtischrunden, die in politische Gefilde vorstoßen. Vervollständigt wird diese Wendung im Allgemeinen von sehr provokativen oder radikalen Gedanken wie beispielsweise: “…, dann würde ich die großen Bosse (siehe 9.) alle einsperren lassen!”, oder “…, dann hätten wir schon längst die Todesstrafe wieder eingeführt!” Heuchlerisch wird dann von Seiten der Hörer die Bedauerung versichert, dass der Redner leider nie “etwas zu sagen haben wird.”

6. …X Jahre lang belogen und betrogen.

Eine, vor allem in Ostdeutschland weit verbreitete Redewendung, die sich meist auf das Leben in der DDR bezieht ( die Variable X wird dann aus rhetorischen Gründen statt mit der korrekten Dauer von 41 Jahren mit 40 ersetzt, da vierzig [gesprochen: "förzsch"] mehr Emotionsgewalt ausdrücken kann). “Belogen und betrogen” meint hier, dass man auf anderem Level als heute, ein ebenso zufriedenes und erfülltes Leben geführt hat, da man fälschlichen Darstellungen über benachbarte Staatsformen glaubte. Auch hier dient die Ausdehnung des Buchstaben “o” als Unmutsintensitätsindikator.

5. …ein Leben lang geschuftet

Der Sprecher fordert den ihm gebührenden Respekt ein, den er sich dadurch verschafft hat, dass er einen Großteil seiner bisherigen Existenz mit einer Tätigkeit verbracht hat, die ihm weder Lebensfreude noch körperliche Spritzigkeit bewahrt hat. Aus dieser Überzeugung erwächst oftmals erst der Antrieb für Stammtische dieser Art.

4. Früher hätts das nicht gegeben!

Gemeint sind hier nicht etwa lobenswerte Erfindungen wie Aufzüge oder vierlagiges Toilettenpapier. Eher beklagt man Zustände, die mangels Aufklärung oder Freiheitsverständnis in der längst vergangenen Blüte des Stammtischmitgliedslebens so nicht möglich gewesen sind. Beispiele sind unter anderem das Frauenwahlrecht oder Genmanipulation bei Lebensmitteln.

3. die Herren Politiker…in ihren feinen Anzügen

Wieder ist die Politik das Verwendungsgebiet dieses Ausdrucks. Wahlweise können die beiden Satzteile einzeln oder in Verbindung angewendet werden. Zum einen muss bemerkt werden, dass die “Herren Politiker” freilich auch Frauen sein können, wenn Sie sich beispielsweise den Dienstwagen stehlen lassen und dann die Dreistigkeit besitzen, dennoch im Amt zu bleiben. Zum anderen sollte man vor der Gefahr warnen, als ein etwas zu zickiger Zeitgenosse entlarvt zu werden, wenn man sich allzu schnell zu dieser verachtenden Redewendung hinreißen lässt. Umkehrversuche wie “die Herren Klempner…in ihren gebügelten Blaumännern” verfehlen dagegen jegliche Wirkung.

2. die da oben…

Ein Klassiker! Die zweitbeliebteste Wendung bezeichnet alljene, deren willkürlicher Gewalt sich der Verwender ausgeliefert sieht. (ansonsten auch siehe 3.)

1. der kleine Mann…

Wer kennt sie nicht, die Galleonsfigur der Unterdrückten und Benachteiligten? Als Gegenstück zu denen “da oben” landet der kleine Mann ganz klar auf dem ersten Platz der Stammtisch-Redewendungen. Er ist nicht nur klein und männlich, was ihn allein schon unattraktiv für jegliche körperliche Arbeit macht, sei es Kohle schippen oder erfolgreiche Fortpflanzung. Nein, in gedanklichen Bildern hat er schütteres Haar, einen krummen Gang, graue oder beige Second-Hand-Kleidung und einen unsicheren Blick. Mit ihm identifiziert sich das Stammtischmitglied, denn von hier aus scheint alles ungerecht. Der kleine Mann kennt die Welt der großen ganz genau, denn er liest BILD. Und dort erfährt er, wie ungerecht er behandelt wird. Doch was kann er schon machen? Niemand sieht ihn, mit seinen 1,40m. Keiner erhört seine brüchige Stimme. Er ist gefangen im ewigen Wettstreit mit all den anderen kleinen Männern (und jetzt auch noch Frauen). Sein einziger Antrieb ist seine Moral, denn er würde alles so viel besser machen!

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Globale Abkühlung

9. Januar 2010 - 13:59 Uhr

Na prima! Da glaubt man Wissenschaft und Politik, rechnet mit der Existenz der globalen Erwärmung, verkauft sämtliche Jacken und langen Hosen und pflanzt Olivenhaine und Dattelpalmen im Vorgarten. Und was passiert? “Schneechaos” und “Minusrekordgrade” (oder sagt man Rekordminusgrade?)! So werden es jedenfalls die Medien derzeit nicht müde zu verkünden.

Ein Tief mit dem Namen Daisy bringt uns das zurück, was bei den meisten Bewohnern der nördlichen Hemisphäre angesichts der gemüts- und erderhitzenden Debatten um das Klima längst in Vergessenheit geraten ist: den Winter. Was vor einigen Jahren noch als Gelegenheit zum Schlittenfahren oder weiße Jahreszeit bekannt war, ist heute “Gelegenheit für Hamsterkäufe” oder die “weiße Gefahr”.

Schneechaos

Livecam aus dem Krisengebiet - eventuell auch nur Nahaufnahme meines Fensterbretts

Abgesagte Flüge oder sogar – setzen Sie sich erstmal hin, wenn Sie das noch nicht tun – Verspätungen bei der Bahn sind nur die Spitze des Schneebergs, den diese unaufhaltsame, unberechenbare Naturgewalt mit sich bringt. Im Fernsehen wurden Menschen gezeigt, gestandene Männer, die sagten, sie würden frieren! Und das um diese Jahreszeit.

Den Supermärkten und Discountern wurde durch die Sensationsinflation in den Nachrichten vor allem ein gutes Geschäft ermöglicht. So sah man sich gestern Abend beispielsweise bei LIDL leergehamsterten Gefriertruhen, inhaltslosen Kühlregalen und obst- und gemüsefreien Obst- und Gemüseabteilungen gegenüber. Um durch den erbarmungslosen Winter zu kommen, blieben mir nur ein Paar Dosen Linseneintopf und einige Packungen Spaghetti. Möge meine Nachlässigkeit nicht mit dem Hungertod bestraft werden!

Zumindest für diejenigen, die diese kleine Eiszeit überwinden, sollte die folgende (etwas aufgepeppte) Bauernregel interessant sein:

Der Januar muss vor Kälte knacken, die Nase rennen, wenn die Ernte soll gut sacken und die Felder vor Hitze brennen!

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Länderindex für Lebensqualität 2010

7. Januar 2010 - 18:18 Uhr

Das online-Lifestyle Magazin “International Living” hat den Länderindex für Lebensqualität für das Jahr 2010 ausgegeben. Demzufolge lässt es sich in Frankreich am besten aushalten. Gründe hierfür seien das weltbeste Gesundheitssystem, die exzellente Küche und die abwechslungsreiche Landschaft.  Da wirken auch die zeitraubende Bürokratie und die hohen Steuern nur wie zwei Tropfen Bordeaux auf den heißen Stein.

Romantic Paris offers the best of everything, but services don’t fall away in Alsace’s wine villages…in wild and lovely Corsica…in lavender-scented Provence. Or in the Languedoc of the troubadors, bathed in Mediterranean sunlight.

Nach Australien und der Schweiz folgt Deutschland auf dem vierten Platz des Rankings. Als positiv wird vor allem bemerkt, dass Deutschland in der Weltwirtschaft trotz der gegenwärtigen Krisenzeit verhältnismäßig gut aufgestellt ist. Außerdem lobt man das Gesundheitssystem und die Tatsache, dass der Zugang zur Kunst nicht an den Status der gesellschaftlichen Elite geknüpft sei. Bei dieser Beobachtung könnte es jedoch zu einer Verwechslung der gesellschaftlichen Elite mit der finanziellen Elite gekommen sein, die hierzulande sehr wohl differenziert werden sollte. Die direkte Verbindung zwischen Lebensqualität und angeblich meist tempolimitfreien Autobahnen würde ich doch wenigstens als gewagt bezeichnen:

In Germany, everything works and works well. Its houses are built to last, and their legendary autobahns are still mostly without speed limits.

Erwähnung fand ebenfalls die Existenz von Nacktwanderwegen im Harz, was wohl eher dazu dienen soll, den Einwanderungsstrom in überschaubaren Grenzen zu halten.

Die Vereinigten Staaten von Amerika landeten auf einem siebten Platz. Die Huffingten Post fasste die Pro- und Contra-Argumente wie folgt zusammen:

Pros: The land of convenience
Cons: Convenience is overrated

Großbritannien ist auf dem 25. Rang, knapp hinter Tschechien zu finden, was offenbar hauptsächlich der gewöhnungsbedürftigen Küche geschuldet ist. Die drei letzten Plätze wurden an den Sudan, Jemen und Somalia vergeben, die somit noch ganz knapp hinter dem Mond liegen.

Zur Bewertung wurden Kriterien wie Lebenshaltungskosten, Wirtschaft, Umwelt oder Sicherheit herangezogen.

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Shiny happy people

6. Januar 2010 - 12:31 Uhr

shiny people

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, da versüßte uns Kanzlerin Merkel (Foto rechts) die Schlagzeilen mit bedingungslosem Optimismus:

“Generell gilt auch in dieser Krise: Wir müssen die Lage so beschreiben, wie sie ist, aber mehr Optimismus würde uns nicht schaden”

Nun bin ich kein Experte im Deuten von Körpersprache, aber nach meinem Dafürhalten liegt hier doch entweder ein Fall von bodenloser Verachtung vor, oder der Pessimismus hat nun auch die oberste Etage unserer Regierung befallen – Frohes Neues!

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